Über den Sommer

Oh ja, ich kann Euch gar nicht sagen, WIE sehr ich mich auf den Herbst freue! Allgemein ist der Herbst so oder so meine Lieblings-Jahreszeit und das nicht nur, weil ich bald Geburtstag habe :D Ich liebe die bunten Blätter, die schöne Stimmung, die verregneten Abende zuhause im Pyjama mit einer warmen Schokolade und die tollen Farben, die draußen dann zu sehen sind. Es ist unverkennbar: Ich bin ein Herbst-Mädchen. Und dennoch muss ich sagen, dass der Sommer dieses Jahr ein toller war. Eigentlich war ich nie der größte Sommer-Fan, mir ist das Alles zu heiß, ich weiß nie, was ich anziehen soll und will die Tage eigentlich nur unter der Dusche verbringen. Sobald die Ferien beginnen, verfallen Alle in einen "Oh mein Gott ich muss die Welt bereisen"-Wahn und Jeder schwärmt davon, wie toll die Urlaube überall so sind. Klar gibt es auch tolle Dinge am Sommer, wie die lauwarmen Nächte, das Draußen-Sein und man hat das Gefühl, im Sommer sind alle glücklicher. Bisher war der Sommer trotzdem einfach nie so meins und ich hatte auch keine Ahnung, was mich dieses Jahr so erwartet. Nun ist es plötzlich Ende September und ich kann Euch nicht sagen, was passiert ist, dass die Zeit SO schnell vergangen ist! Als hätte es den August nicht gegeben und als wäre meine letzte Uni-Woche gerade ein paar Tage her, bin ich echt verblüfft, was ich die letzten Monate doch so erlebt habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, als wäre ich jetzt ein bisschen eine andere Lara. Klingt echt theatralisch aber Leute ich meine es ernst, es hat sich was verändert in diesem Sommer. Vielleicht bin ich noch jung und werde das noch oft sagen, aber ich habe das Gefühl, als war das irgendwie der beste Sommer meines Lebens bisher. 


Was so passiert ist

Eigentlich gibt es jetzt nicht Besonderes, das ich Euch erzählen kann. den Großteil meiner "Semesterferien" habe ich tatsächlich mit Arbeiten und Uni-zeug verbracht. Hab Hausarbeiten geschrieben, mich um andere Seminare gekümmert, bin meinen Jobs nachgegangen, habe mich viel um meinen Blog gekümmert und hatte tatsächlich die ganze Zeit keinen einzigen Tag wirklich frei. Frei im Sinne von ich mache einfach mal Nichts. Meine To-Do-Listen waren jede Woche vollgepackt und es gab Wochen, in denen ich - wie eigentlich immer - einfach nur Stress hatte und dachte, ich muss weg. 

Dann gab es aber all die tollen, kleinen Momente, die mich so unendlich glücklich gemacht haben. Ich bin kein materieller Mensch und ich muss mir keine teure Reise buchen, um zu merken, was mir wichtig ist. Ein Abend mit meinen besten Freunden, ohne Sorgen und Verpflichtungen, gemeinsam Lachen und Spaß haben - Mehr brauche ich nicht. Das macht mich glücklich und von diesen Abenden hatte ich diesen Sommer zum Glück unendlich viele. Gott haben wir viel erlebt! Menschen, die ich zu Beginn des Jahres kaum kannte, sind zu meinen besten Freunden geworden, zu meiner Familie, haben mir Momente geschenkt und Erinnerungen, mich durch Hochs und Tiefs begleitet. Wir haben über die tollen Dinge philosophiert, Verrücktes getan, das Leben genossen, die spontansten Sachen gemacht, waren wie ein dicker Klumpen Meschen, die sich nicht trennen lassen und haben Alles geteilt. Ich könnte ein ganzes Buch mit den Bildern füllen, die in all diesen unfassbar schönen Momenten entstanden sind. Vermutlich war ich noch nie glücklicher in meinem Leben - Nein ich weiß es - Ich war noch nie glücklicher. Noch nie war ich zufriedener mit mir selbst und noch nie habe ich mich willkommener und akzeptierter gefühlt. 


Was das mit mir gemacht hat

Früher dachte ich immer, dass ich eine Einzelgängerin bin. Wer mich kennt, wirklich kennt, kennt auch meine Geschichte und weiß, wieso ich meine Sachen alleine regle, mich nie auf Andere verlasse und emotional ziemlich zurückhaltend bin. Dieser Sommer hat mir gezeigt, dass das nicht stimmt. Gott wie habe ich es geliebt, alleine auf der Couch zu sitzen, einen Film zu sehen, mir was zu Kochen und meine Abende so verstreichen zu lassen. Klar hatte ich immer Freunde, mit denen ich regelmäßig was gemacht habe, spontan war ich aber nie wirklich und hab mich im Zweifelsfall eher zurück gezogen. Diesen Sommer gab es vermutlich kaum einen Abend, an dem ich alleine war. Es ist, als hätte es "klick" gemacht und ich finde immer mehr zu mir selbst. Wie verloren ich mich zu Beginn des Jahres noch gefühlt habe und wie angekommen nun, das ist schon echt erstaunlich. Ich hasse es, über meine Vergangenheit zu reden und noch mehr hasse ich es, wenn ich merke, dass ich das muss, weil genau das Verhaltensweisen bei mir ausgelöst hat, die mich bis heute in wichtigen Situationen einholen und mir das Leben verbauen. Diesen Sommer habe ich endlich angefangen, mich damit zu befassen. Es gab einen Schlüsselmoment, der Alles verändert hat. Klingt echt blöd und ich hätte nie gedacht, dass mir sowas mal passiert! Ein Ereignis, das mich Alles hat in Frage stellen lassen. Vor diesem Sommer fand ich echt super, wie ich so gelebt habe, habe über die Jahre meinen eigenen Weg gefunden, besonders mit emotionalen Themen umzugehen - Nämlich gar nicht. Das hat sich jetzt geändert. Ich denke, ich habe mir jahrelang Etwas vorgemacht und so getan, als wäre mir alles egal, nur, um nicht zugeben zu müssen, dass ich verletzbar bin. Was für ein ätzendes Gefühl das ist. Früher oder später muss ich mich damit aber befassen und auch, wenn das nicht so rüber kommt, ist das vermutlich das größte Learning des Sommers gewesen. Ich habe angefangen, Menschen in mein Leben zu lassen und nicht mehr ständig zu kontrollieren, wie sehr sie mich beeinflussen können. Bin offener geworden, freier und glücklicher. Habe angefangen, zu akzeptieren, dass ich für mein Leben nichts kann, für das, was ich durchgemacht habe, verarbeite es langsam, ganz langsam und hab eingesehen, dass mich Menschen nicht verurteilen, wenn sie es erfahren. Ich weiß, dass es ein anderes Licht auf mich wirft und ich hasse es, wenn ich deswegen bemitleidet werde. So zu tun, als wäre Alles super und hätte mich nicht geprägt, ist jedoch auch der falsche Weg. Sicher wird das noch Jahre dauern, damit abzuschließen aber hey - Immerhin hab ich jetzt mal damit angefangen :D


Und was kommt jetzt?

Klingt ja fast ein bisschen so, als wäre der Sommer ein Kapitel gewesen, das ich jetzt schließe und wieder zurück in mein "altes-vor-Sommer-Leben" zurück kehre. Das ist natürlich nicht so! Ich bin so unfassbar dankbar für diesen Sommer und die tollen Menschen, die Teil davon waren. Denn der Sommer hat mir gezeigt, wie schön das Leben sein kann und, was ich machen muss, damit ich wieder zu mir selbst finde. Ich nehme all diese Erinnerungen und Gedanken seit dem täglich mit und gebe mir echt Mühe, offener zu sein. Niemand kann wissen, wieso ich so bin, wie ich bin, wenn ich es ihm nicht erzähle und ich weiß, dass ich fast immer falsch reagiere, wenn mich Situationen überfordern - Da werde ich auch weiterhin dran arbeiten! Die kommenden Monate werden auf jeden Fall stressig, die Uni wird hart, das Leben wird mich wieder einholen und es gibt noch genug Baustellen, an denen ich arbeiten muss. Trotzdem weiß ich jetzt, dass ich nicht so allein bin, wie ich immer dachte und freue mich jetzt schon auf all die tollen Momente, die kommen werden. Auf dass der Herbst dem Sommer die Show stiehlt! :)  

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