Les petites wtf?!

Gute Frage, nächste Frage. Übersetzt bedeutet der Titel so viel wie "Die kleinen Freuden des Lebens". Ihr denkt Euch jetzt bestimmt "oh Gott, Französisch, hasse ich, hab ich damals direkt abgewählt", aber ich muss gestehen, Französisch ist meine Lieblingssprache. Ich hatte damals wohl einfach Glück in der Schule und super Lehrer, da hat das Ganze richtig Spaß gemacht. Nach meinem Abi hab ich sogar mal ein Semester Romanistik: Französisch studiert, weil ich dachte, dass ich die Sprache dann mal ein bisschen besser lernen kann - Pustekuchen. War leider nicht so das Gelbe vom Ei und ich hab' dann das Beifach gewechselt. Naja, wie auch immer, die Liebe zur Sprache ist geblieben. Sie geht mittlerweile sogar unter die Haut, aber dazu später mehr. Gut, dann haben wir jetzt geklärt, was der Titel soll, aber noch nicht, was dieser Blog soll. Eine Freundin meinte mal zu mir: "Oh man Lara, du könntest echt ein Buch über dein Leben schreiben!" und da ich Bücher prinzipiell eher als Staubfänger nutze, wurde es ein Blog. Ein Blog über mein Leben, meine Leidenschaften, all die verrückten Dinge, die mir tagtäglich so passieren. Dazu gehören Freunde, mein Studium, Mode und vor allem Essen. Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß beim Lesen meines Blogs und vielleicht kann ich den einen oder anderen ja zu ein paar Dingen inspirieren.

 

 

Ich freue mich natürlich auch, wenn Ihr mich auf Instagram besucht: lespetitesjoiesdelavie_com 

 

Ganz viel Liebe,

Lara

Dreist oder doof?

"Hi, wir haben Dich auf Instagram gefunden und lieben Deinen Style! Als Schmuckmarke mit eigenem Design und gerade in ihren Anfängen, wollen wir gerne mit Dir zusammenarbeiten. Wir bieten Dir 2 unserer Armbänder an und hätten dafür gerne 3 Posts und 5 Insta-Stories. Bitte benutze diese 20 Hashtags, verlinke und markiere uns. Für eigene Werbezwecke hätten wir dann gerne 10 verschiedene Motive und Deine unbearbeiteten Bilder. Bitte schicke uns auch Deine Posts, bevor Du sie online stellst, damit wir sie absegnen können. Liebe Grüße."

 

Liest sich ein bisschen wie eine Spaß-Mail aber Leute: Es ist leider keine. Solche Mails wie diese Beispiel-Mail hier oben erreichen mich täglich und jedes Mal frage ich mich auf's Neue: Ist das wahr? Kann so eine Mail wirklich ernst gemeint sein? Sind die Menschen, die mir diese Mails schreiben wirklich so dreist oder einfach völlig unfähig und kennen sich Null mit dem Thema Influencer-Marketing aus?

 

Wisst Ihr, ich freue mich wirklich jedes Mal wie eine Schneekönigin UND ein Honigkuchenpferd gleichzeitig, wenn es "Bling" macht und ich eine neue Mail habe. Denn mit meiner überschaubaren Reichweite ist es für mich immer eine große Ehre, weil ich mich freue, wenn MICH jemand in diesem riesigen Pool verschiedenster Bloggern vermeintlich für irgendwas Tolles ausgesucht hat. Umso größer sind Enttäuschung und Wut, wenn ich dann so eine Mail bekomme. Ich kann Euch nicht genau sagen, was genau mich an diesen Mails stört.

Es fängt aber direkt schon damit an, dass die Person, die die Mail schreibt, es trotz Ihrer angeblichen "Erkundung" meines Profils nicht einmal auf die Reihe bekommt, mich beim Namen zu nennen. Ist das eine Kunst? NEIN! Der steht in der ersten Zeile. Nun gut. Kann ja mal passieren, dauert natürlich auch seine Zeit, alle Mails zu personalisieren und die Person muss vermutlich tausende dieser Mails schreiben. Jedes weitere Wort macht mich aber immer wütender. 

Ihr wisst, dass hinter jedem meiner Bilder ein riesen Haufen Arbeit steckt. Ich stelle mich nicht einfach vor einen Spiegel und poste ein Selfie in mieser Qualität. Nein, ich überlege mir minutiös mein Outfit, suche mir die passende Location, mache gefühlt 29438348343 Bilder, gehe sie danach einzeln durch, treffe eine Auswahl an guten Bildern, bearbeite sie zunächst am PC und verleihe jedem Bild am Handy anschließend noch einen Feinschliff. Das sind auch keine Minuten an Arbeit, von denen wir hier reden, es sind Stunden. Damit noch nicht genug. Die Posts wollen ja auch mühevoll erstellt werden. Text überlegen, Hashtags wählen und nebenbei noch super aktiv sein, damit auch alle mitbekommen, dass Lara was geposted hat. So und jetzt rechnen wir das mal auf 3 Posts hoch. Ihr kennt das doch! Das ist einfach ein Arsch voll Arbeit!

 

Und jetzt frage ich Euch: Ist so eine Forderung dreist? Selbst, wenn man bedenkt, dass es sich in manchen Fällen um Start-Ups handelt oder kleine Firmen, die einfach um Welten nicht das Budget für solche Aktionen haben wie die großen Firmen, will dennoch nicht in meinen Kopf gehen, wieso man dann trotzdem immer mehr fordert? Verschiedenste Bildmotive, unbearbeitete Originale und all die Dinge. WTF?! Was soll man denn aus so einem blöden Armband rausholen? Sicher bin ich keine Fotografin, ich lege aber besonderen Wert auf meine Bilder und dazu gehört auch deren Bearbeitung. Ich will einfach nicht, dass meine Bilder am Ende völlig nachbearbeitet oder gar verfälscht sind. Bis zu diesem Punkt in der Mail überwiegen bei mir immer Wut und Entsetzung über eine solche Dreistigkeit. Ehrlich gesagt fühle ich mich dann wie eine wandelnde Werbe-Hure behandelt, die zu tun hat, was verlangt wird. Aber mit welcher Begründung?  Was nehmen sich manche Firmen bitte raus und woher wollen sie das Recht haben, so mit uns umzugehen?

 

Für mich ist jeder Blogger eine Art Künstler und aus diesem Grund sollten wir uns so nicht behandeln lassen. Der Wut entgegenzubringen ist dann noch die Frage, ob die Menschen, die hinter solchen Mails sitzen vielleicht einfach auch keine Ahnung von dem haben, was sie da machen? Vielleicht sind sie einfach so unwissend, haben keine Relation zu dem, was wir machen und, wie viel Arbeit dahinter steckt und denken, solche Angebote sind normal? Wenn man sich mal überlegt, wer sich heute alles "Social-Media-Experte" schimpft, da ist diese Überlegung vielleicht nicht so falsch. Ohne Ausbildung und Kompetenzen setzt man gefühlt Jeden hinter einen PC, der zumindest mal weiß, wie man Instagram schreibt. 

Warum machen Unternehmen sowas? Letztlich gilt auch hier für mich: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Nur, weil die Person vermutlich so überhaupt keine Ahnung von Influencer-Marketing hat, erlaubt Ihr das noch lange nicht, solche Mails zu schreiben. Denken Firmen wirklich, dass man darauf antwortet? Mir geht es nicht um Profit. Ich will nichts Großes für möglichst wenig Arbeit. Bloggen macht mir Spaß. Ich stehe hinter jedem Produkt, das ich zeige und stecke da all meine Leidenschaft rein und natürlich hilft man kleinen Firmen dann auch. Mag sein, dass wir dann von drei oder sogar mehr Posts reden aber das mache ich dann von mir aus. Weil ich das will. Weil es keine Forderung war. Weil ich dahinter stehe und, weil ich es auf meine Art und Weise machen kann. Darunter verstehe ich eben nicht, 20 vorgegebene Hashtags zu verwenden, dutzende Punkte in den Texten ansprechen zu müssen und nur Bilder mit ganz bestimmten Vorgaben zu posten. Warum haben Firmen da so wenig Vertrauen in Blogger? Als wären wir zu blöd, zu wissen, was ein Post bewirken soll. Vielleicht ist es Einigen unter uns nicht so bewusst wie Anderen, aber wir sind doch keine unfähigen Kleinkinder, denen man wie früher eine Anleitung schreiben muss, damit wir wissen, was wir zu tun haben, weil wir sonst zu Nichts alleine fähig sind?

Egal, ob Dreistigkeit oder Unwissenheit. Solche Mails sind eine Frechheit und auch irgendwie verletztend. Was aber dagegen machen? Denn so oder so werden wir trotzdem weiterhin damit zugespamt und ich befürchte, dass es in Zukunft noch schlimmer wird. Einfach nicht antworten oder total böse anpampen, was der dreiste Müll soll? Auch, wenn ich am liebsten das Zweite machen würde,  antworte ich auf solche Mails immer freundlich und gebe zu verstehen, dass eine Kooperation mit diesen Bedingungen fern von dem ist, was für mich vorstellbar und machbar ist. Ob jemand bereits ist, diese Art von Kooperationen anzunehmen, das kann ich mir zwar nicht vorstellen, ist aber gut möglich! Vielleicht habe ich auch einfach völlig absurde Vorstellungen einer gerechtfertigten Forderung und das in der Mail ist normal? Solange ich davon nicht lebe und es aus Spaß an der Freunde mache und, solange so viel Arbeit hinter jedem Bild steckt, solange will ich auch dementsprechend behandelt werden. Zumindest mal als Person und eben nicht als lebende Werbefläche. Das ist wohl das Allermindeste, das Unternehmen bei Ihren Anfragen beachten müssen. Das ist ja noch nicht einmal schwer. Es reicht ja schon die persönliche Anrede. Dieses Mindestmaß an Anstand muss man doch besitzen. Hoffen wir mal, dass ich Unrecht habe und der Trend ganz, ganz schnell wieder weg von dieser Art Mails geht.

Und noch ein Tipp für alle Unternehmen: Nehmt Influencer-Marketing ernst. Mag sein, dass das Thema in 5 Jahren totaler Schnee von gestern ist. Zur Zeit boomt es aber und wenn Ihr auf den Zug aufspringen wollt, dann beschäftigt Euch damit. Klar, auch in der Blogger-Welt gibt es schwarze Schafe, doch selbst die haben solch dreiste Mails doch nun wirklich nicht verdient!

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